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Neue Publikation: Gehen Beschäftigte in der Einfacharbeit früher in Rente?

Arthur Kaboth, JProf. Dr. Lena Hünefeld und PD Dr. Ralf Himmelreicher

News vom 01.04.2025

In: Deutsche Rentenversicherung 4/2024, S.321-338

Zusammenfassung:

Die Folgen der Covid-19-Pandemie haben gezeigt, welchen Stellenwert Beschäftigte in der Einfacharbeit - das sind Tätigkeiten, die keine berufliche Qualifikation voraussetzen - für Gesellschaft und Wirtschaft einnehmen. Der aktuelle Forschungsstand zu dieser Beschäftigtengruppe ist nach wie vor lückenhaft, zeigt jedoch, dass diese Tätigkeiten aufgrund eines breiten Spektrums unterschiedlicher Arbeitsanforderungen nicht als "einfach" bezeichnet werden können und Beschäftigte in diesem Segment mit besonderen Risiken im Erwerbsverlauf konfrontiert werden. Der vorliegende Beitrag hat das Ziel, bestehende Forschungslücken zu schließen, indem er sich mit dem Zeitpunkt des Eintritts in die gesetzliche Altersrente der Beschäftigten in der Einfacharbeit auseinandersetzt und diese mit Erwerbstätigen in der Fach- und hochqualifizierten Arbeit vergleicht. Datenbasis für die vorliegende Untersuchung ist das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) der Jahre von 1992 bis 2020. Ausgewertet werden die Daten mit ereignisanalytischen Methoden.

Im Vordergrund der Analysen steht das Piecewise Constant Exponential Model (PCEM).
Die Befunde zeigen, dass die eine Hälfte der Beschäftigten in der Einfacharbeit vorzeitig und zum gleichen Zeitpunkt wie Facharbeitende in den Ruhestand wechselt. Die andere Hälfte der Einfacharbeitenden geht später in Rente als Beschäftigte in der Facharbeit. Den Ergebnissen zufolge wechseln Hochqualifizierte am spätesten in eine Altersrente. Zudem können individuelle Faktoren, wie zum Beispiel finanzielle Spielräume, identifiziert werden, die den hochqualifizierten Beschäftigten einen früheren Übergang in die Altersrente ermöglichen, während bei Einfacharbeitenden der Renteneintritt im Rahmen von geringfügiger Beschäftigung aufgeschoben wird.

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