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Mit gleichem Recht verschieden sein

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2006/2007

 

Christian Geißler-Jagodzinski/ Patricia Göthe

 

Mit gleichem Recht verschieden sein. Social Justice als Ansatz politischer Bildungsarbeit

 

Mo 18-20 Uhr

Blockveranstaltung: 24.11-26.11.06

 

Kommentar:

 

PolitikwissenschaftlerInnen und PädagogInnen arbeiten mit Gruppen und Personen, die unterschiedlichste Diskriminierungserfahrungen innerhalb der Gesellschaft machen (Geschlecht, Religion, Gesundheit, Hautfarbe, Sprache, Klasse etc.). Das aus den USA stammende „Training für soziale Gerechtigkeit“ beinhaltet verschiedene Konzeptionen für einen Umgang mit den Diskriminierungserfahrungen der Diskriminierten und der Diskriminierenden, die einen respektvollen Umgang miteinander in der Gesellschaft unterstützen sollen. Dies fordert jedoch auch oder vor allem die Selbstreflexion und Eigenarbeit der Diskriminierenden bzw. von Diskriminierung Profitierenden heraus.

Damit unterscheidet sich dieser Ansatz von anderen Konzeptionen der Demokratieerziehung in denen für Toleranz und Hilfe gegenüber Diskriminierten geworben wird, welche die  Machtverhältnisse aber nicht reflektieren, die in die Möglichkeit der Toleranz und des Helfens eingeschrieben sind. Zudem versucht der Ansatz, einer komplexen Realität gerecht zu werden, in der eine Person diskriminiert wird (z.B. Aufgrund ihrer sexuellen Orientierung) und  gleichzeitig von Diskriminierung profitieren kann (z. B. als Mann in einer patriarchal strukturierten Gesellschaft) und  nimmt deshalb jenseits von „Einzelpädagogiken“ gegen Rassismus, Heterosexismus, Antisemitismus usw. eine integrierendere Perspektive ein.

 

In den vier einführenden Sitzungen sollen die theoretischen Grundlagen und der konzeptionelle Aufbau eines solchen Bildungsansatzes erarbeitet und diskutiert sowie eine gemeinsame Festlegung auf die Inhalte der Blockveranstaltung getroffen werden. In dieser stehen vor allem vielfältige praktische Übungen sowie die Analyse von Fallbeispielen im Vordergrund. Lernen bedeutet in dieser Lehrveranstaltung über die eigenen sozialen Positionierungen und Privilegien nachzudenken sowie die eigenen Handlungsspielräume zu beschreiben und zu erweitern. In einer Abschlusssitzung sollen die Implikationen des Ansatzes für vorhandene oder zukünftige Praxisfelder der Teilnehmenden diskutiert werden


Christian Geißler-Jagodzinski (Freier Trainer in der politische Jugend- und Erwachsenen­bildung)
Patricia Göthe (Freie Trainerin im Bereich antirassistische, interkulturelle und entwicklungs­politische Jugend- und Erwachsenenbildungsarbeit, Mitarbeiterin beim Türkischen Bund in Berlin-Brandenburg)

 

Literatur:

 

Addams, Maurianne/Bell, Lee Anne/Griffin, Pat: Teaching for Diversity and Social Justice, Allyn & Bacon 2003.

Bishop, Anne: Becoming an Ally: Breaking the Cycle of Oppression. Halifax: Fernwood 1994.

Fraser, Nancy/Honneth, Axel: Umverteilung oder Anerkennung? Eine politisch-philosophische Kontroverse. Frankfurt/M: Suhrkamp 2003.

Rommelspacher, Birgit: Dominanzkultur. Texte zu Fremdheit und Macht. Berlin: Orlanda  (2. Aufl.) 1998.

SFB 700
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